Oder: Peng Peng, unser Kosename der Stadt.
Eine weitere Busreise und wir sind in Phnom Penh eingetroffen. Die Fahrt ging vorbei an schier endlos wirkenden Reisfeldern (sowohl als Schlammfeld, Setzlinge und in reifendem Zustand) diesmal sogar auf einer Asphaltstraße. Das "bisschen" Asphalt macht den Unterschied, plötzlich müssen die Menschen nicht mehr im roten Dreck leben und können vergleichsweise mehr Hygiene genießen, auch wenn sie meist in Holzhütten auf Stelzen oder in einfachen Verschlägen wohnen. Auch Schulen gibt es einige, erkennbar an den Schulkindern die nachmittags in weißen Blusen und Hemden den Heimweg auf dem Rad antreten.
Die Ackerflächen werden etwas diversifizierter genutzt, so wird nicht nur Reis angebaut, sondern auch Fischzucht betrieben und Gemüse angepflanzt. Tiere wie Hühner, Hunde, Rinder, klein erscheinende Katzen und (wenige) Pferde scheinen sich selbst zu versorgen, sie laufen frei herum und bedienen sich auch schon mal am Reisfeld, wenn es nicht brusthoch mit Wasser gefüllt ist. Durch die fruchtbaren Schlämme des Tonle Sap kann oft sogar zwei mal pro Jahr geerntet werden.
Das Fortbewegungsmittel Nummer 1 auf dem Land und in der Stadt ist nach wie vor das Moped das gern unter 30 km/h gefahren wird. Der Busfahrer hat sich um Programm bemüht, so wurde fast jeder Mopedfahrer mit mehrfachem Hupen "begrüßt". (Hupen wird als Signalzeichen genutzt: Achtung, hier komme ich.) Während der Fahrt gab es zwei DVDs mit lokalen Programm zu genießen: Zunächst Karaoke-Schmalz-Videos eines kambodschanischen Jugendstars, anschließend ein 3-Stunden-Epos über den Werdegang eines kleinen Jungen mit Quietschstimme zum Lehrer einer geheimnisvollen Kunst (mehr habe ich nicht verstanden). Es war noch etwas Zeit bis zur Ankunft, und so wurde der Popstar ein zweites Mal eingelegt.
Unterwegs wurden ein paar Stops an Busstationen eingelegt, die wir selbst wahrscheinlich nie als solche identifiziert hätten. So diente einmal ein selbstgemaltes Busschild als Haltestellenzeichen, ein ander Mal saß einfach jemand da, der sich durch Gestikulieren um das Anhalten den Busses kümmerte.Bei diesen Stops wurden und Snacks dargeboten, u.a. auch gegrillte handtellergroße Spinnen, von denen wir aber noch nicht probiert haben.
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